JESOLO

Kinder sind kein Thema für Andrea. Sie hat einen Job, der okay ist. Sie führt seit vielen Jahren eine Beziehung mit Georg, die okay ist. Jedes Jahr verbringen sie einen netten Urlaub in Jesolo. Was die Zukunft betrifft, will Andrea sich nicht festlegen, aber Georg will ein Fundament für ein gemeinsames Leben. Aus dem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben.
Als sie aus dem gemeinsamen Urlaub zurückkommen, ändert sich alles – Andrea ist schwanger. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Kind – und geht damit einen Kompromiss nach dem anderen ein: Sie nimmt einen Kredit auf, obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte; sie zieht ins Haus ihrer Schwiegereltern, obwohl sie nie mit ihnen unter einem Dach leben wollte. Von allen Seiten prasseln Ratschläge auf Andrea nieder, und sie wird in eine Mutterrolle gedrängt, mit der sie sich nicht identifizieren kann.

Ein bewegender Roman über zehn Monate im Leben einer jungen Frau, der nicht nur Beziehung, Schwangerschaft und Familie in ihrer ganzen Ambivalenz zeigt, sondern auch, wie schwierig es ist, wie unmöglich fast, sich angesichts gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen als Individuum zu behaupten.

Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 12,5 x 20 cm

ISBN: 978-3-89667-644-3

Karl Blessing Verlag, 4. März 2019


"Mit dem Kredit haben wir uns verpflichtet. Mit deinem Haus schlagen wir Wurzeln. Mit diesem Kind führen wir genau dieses Leben, das alle hier führen. Wir werden immer hier bleiben. Erst jetzt wird es mir bewusst, wenn ich die Pläne sehe, die für unser Leben gedacht sind. Keine Großstadt. Kein Madrid. Kein Haus am Meer. Keines dieser Luftschlösser. Nur dieses Haus am Waldrand und tausend Einwohner, die alles von uns wissen, uns beobachten, uns bewerten nach unserem Verhalten und unserem Besitz. Mit denen man über das Wetter spricht, weil man über Politik und Religion nicht spricht. Das ist, was es heißt, hierzubleiben: Wir fügen uns ein. Wir fallen nicht auf. Wir haben: 1 Haus, 2 Autos, 1 Kind."


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PRESSESTIMMEN

Es wäre eigentlich eine leichte Entscheidung zu sagen, ich kriege dieses Kind nicht oder: Ich kriege dieses Kind, aber allein, aber Andrea schafft es ja nicht mal diesen Job aufzugeben [...] Sich dem auszusetzen ist ein literarisches Experiment, da muss man Lust drauf haben, aber ich finde, Tanja Raich schafft es, dass man beim Lesen belohnt wird, weil man sich ganz viele Sachen fragt. Maria Christina Piwowarski, Radio eins (RBB)

"Beklemmend und erhellend." Heinz Sichrovsky, erLesen

"Die Fragen der Rollenverteilung, die aufgeworfen werden, haben jedenfalls gesellschaftlichen Mehrwert: Ist Mutterschaft Bestimmung? "Darf" man Frau sein, ohne Mutter werden zu wollen? " Miriam Houska, Literaturhaus Buchmagazin

"Raich [...] benennt Ängste und Wünsche, beschreibt Gedanken und Träume und findet eindringliche Bilder, um zu zeigen, wie nah ihre Hauptfigur einer Ohnmacht ist, nur um den Rollenbildern gerecht zu werden. Ein intensiver und äußerst lesenswerter Roman." Stefan Häddl, Bookster HRO

"In einer direkten und klaren Sprache schreibt Raich über die Beschränkungen, die ein gutbürgerliches Frauenleben in der österreichischen Provinz  auch heute noch mit sich bringen kann [...]. Sie entwirt ein präzises Bild einer Gesellschaft, die von Gleichberechtigung immer noch ziemlich weit entfernt ist." Anna Mayrhauser, Missy Magazine

"Tanja Raichs Sätze sind Glassplitter unter der versandeten Oberfläche unserer ach so emanzipierten Gesellschaft." Oliver Mertens, Thalia M99

"Ein Buch, das grübeln lässt und Zweifel schürt: das Sittenbild einer Generation, die sich auf nichts fix einlassen, keine Zugeständnisse machen will – oder die berechtigte Angst, in ein Korsett gedrängt zu werden, aus dem es kein Entkommen gibt?" Die Presse

"Die große Tragik vieler Biographien mag darin bestehen, dass gegen alles innere Widerstreben ein von außen vorgegebenes Leben hingenommen wird. "Jesolo" spiegelt ein solches Mitmachen des vorgebenen Lebens in einer immer noch typisch weiblichen Variante." Wiebke Porombka, FAZ

"Viele Leserinnen – und wohl auch Leser –, die mit ihrer Quarterlife-Crisis kämpfen, werden sich in den Konflikten und Kalamitäten wiedererkennen, die Andrea und Georg zu bestehen haben. Stilistisch setzt Tanja Raich auf parataktische Satzfolgen in einfacher, rhythmischer Sprache." Günter Kaindlstorfer, Ö1

"Ein unprätentiös und flüssig erzählter Roman über die Ambivalenz der Mutterschaft und die Macht der Geschlechterrollen." Dagmar Kaindl, Buchkultur

"Als intensive Beschreibung der Entindividualisierung, die immer noch zu oft mit der Mutterschaft einhergeht, ist „Jesolo“ gelungen. So richtig einsam ist man eben erst in der Familie." Dominika Meindl, Falter

"Ein, in politisch schwer konservativen Zeiten wie diesen, wertvoller Debüt-Roman, der vorführt, was in punkto Reproduktion und Lebensplangestaltung leider noch immer gang und gäbe ist. Ein überzeugendes Debüt." Markus Köhle, Innsbrucker Prosafestival / DUM

"Eine Anti-Befreiungsgeschichte als mutiges Debüt." Barbara Unterthurner, Tiroler Tageszeitung

"Ein kraftvoller Debütroman, der aufzeigt, dass eine Veränderung der althergebrachten Rollenverteilung längst überfällig ist." Katharina Raskob, Galore

"Wie Tanja Raich das Grauen hinter den scheinbaren Banalitäten des Alltags durchscheinen lässt, ist meisterhaft. [...] Raich will keine exzeptionelle Geschichte erzählen, ihre Protagonisten sind alltäglich. Das macht Jesolo zu einem wichtigen und mutigen Roman." Veronika Schuchter, LiLit-Magazin

"Tanja Raich beschreibt [...] eindrucksvoll den Zwiespalt zwischen Selbstverwirklichung und gesellschaftlichen Erwartungen [...] ihr ist ein realitätsnaher Roman gelungen, in dem sich viele Frauen wiederfinden werden. Sie leistet damit einen mutigen Beitrag hin zu einem anderen Blick auf das Muttersein, das eben für viele Frauen wenig mit ewigem Glück zu tun hat." Angelika Grabher-Hollenstein, APA

"Tanja Raich schreibt in knappen Sätzen mit viel Verständnis für alle ihre Figuren von der Zerrissenheit, die sich im Laufe des Erwachsenseins breit macht. [...] Sie beschreibt in ihrem Roman "Jesolo" zehn Monate im Leben einer Frau, die ihr Selbstverständnis infrage stellen - und eine Gesellschaft, die längst nicht so fortschrittlich ist, wie sie zu sein glaubt." Lena Münch, Spiegel online

"Selten hat jemand so simpel, aber eindringlich und hammerhart beschrieben, wie das gehen kann, diese Transformation von einem freien, selbstbestimmten Leben einer nicht mehr ganz jungen Frau in das Leben einer werdenden Mutter, das voll von Zugriffen ist." Mia Eidlhuber, Der Standard

"Tanja Raich trifft den Ton wie mit einem Hackbeil. Das ist es: Sie hackt ins Leben – sie schlägt voll ins Ungewisse. Es gibt keinen sicheren Ort, ho ruck." Peter Pisa, Kurier

"Raich hat den Roman genau gebaut, aus Beobachtungen, Alltagsphrasen, Körperhaltungen, Versatzstücken aus Ratgebern, Songs. Eine schnelle, lakonische Prosa, die den Alltag verdeutlicht – eine Schaukel der Emotionen." Georg Mair, FF - Südtiroler Wochenmagazin

"Ein ehrliches, emanzipiertes Buch. Hätte ich noch keine Kinder, würde ich mich fragen, ob es sich so anfühlt. Vieles schon!" Sharonna Barel, Emotion

"Tanja Raichs Debüt skizziert eine überaus subtile und schmerzhaft aktuelle Gesellschaftskritik und ist damit ein wichtiger literarischer Beitrag zu einer alten, aber leider immer noch nicht veralteten Debatte. Lesen Sie „Jesolo“. Es tut weh, aber es wird schön sein." Debora Nischler, Salto.bz

"Es ist gerade mal Anfang März und ich traue mich zu behaupten, dass ich ein oder vielleicht DAS Lesehighlight des Jahres für mich gefunden habe. [...] Tanja Raich schafft es mit ihrem Roman „Jesolo“ auf knapp 221 Seiten all meine Gedanken, Sorgen und Bedenken über Beziehungen, Liebe, Mutterschaft niederzuschreiben. Dabei ist sie ehrlich, direkt und klar. Kein Schnickschnack." Nicole List, Hartliebs Bücher

"Ein intensives, feinfühliges Buch und sehr ehrliches Buch, das definitiv zu meinen Highlights des Jahres 2019 zählt. [...] Tanja Raich schreibt in diesem Buch über nichts anderes als über das Leben. Unsere Träume, unsere Wünsche und darüber, wie es ist, wenn man sich den Lebensentwürfen anderer ergibt. Es liegt in der Natur der Sache, dass “Jesolo” kein Buch ist, bei dem man viel lachen muss. Es ist ein Buch, das nachdenklich macht." Die Buchbloggerin